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Rückhaltebecken Zwettl an der Rodl – ein Bauwerk für Generationen
Eine 90 Meter lange Staumauer im Wald, ein Fassungsvolumen von 660.000 Kubikmetern und ein Schutz für 355 Menschen sowie 53 Gebäude: Das Hochwasserrückhaltebecken Distltal in der Marktgemeinde Zwettl an der Rodl ist eines der bedeutendsten Hochwasserschutzprojekte der Region – und BT Bau realisiert es. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant. Das Bauwerk wird danach für Generationen halten.
20 Jahre Forderung – jetzt wird der Schutz Realität
Seit 2005 drängen die Anwohner im Distltal auf Hochwasserschutz – immer wieder haben Überschwemmungen Häuser geflutet und Schäden hinterlassen. Nach jahrelangen Planungen brachten die drei Gemeinden Zwettl an der Rodl, Bad Leonfelden und Oberneukirchen über den Hochwasserschutzverband Distlbach das Projekt auf den Weg. 2025 fiel endlich der Spatenstich – BT Bau realisiert es.
Ein unterschätztes Gewässer
Die Distl ist im Sommer ein kleines, unscheinbares Bacherl. An ruhigen Tagen führt sie kaum 20 bis 30 Zentimeter Wasser und lässt sich problemlos durchwaten. Doch bei starken Gewittern und Unwettern kann sie in kürzester Zeit zur ernsthaften Gefahr werden. Die Topografie des Distltals – mit felsigen Hügeln links und rechts des Flussufers – hat eine natürliche Enge geschaffen, die sich als idealer Standort für das Rückhaltebecken erwiesen hat.
Bauweise und technische Highlights
Das Dammbauwerk gliedert sich in drei wesentliche Elemente: die zwei Flügelwände, die sich beidseits in das Gelände einfügen, den Grundablass als Herzstück der Anlage sowie die zentrale Überfallmauer. Die Überfallmauer ist 6,70 Meter hoch, an der Mauerkrone 95 Zentimeter und am Fuß 1,38 Meter breit. Über sie wird im Hochwasserfall das Wasser kontrolliert abgeleitet. Erst wenn das 100-jährliche Regenereignis überschritten wird, fließt das Wasser tatsächlich über die Mauerkrone. Die höchste Schalung auf der Baustelle erreichte bei der Flügelwand Süd 11,40 Meter.
Der Grundablass übernimmt die Funktion, die Distl auch im Regelbetrieb in ihrer natürlichen Form weiterzuführen. Im Hochwasserfall wird er zur zentralen Steuereinheit des gesamten Rückhaltesystems.
Düsenstrahlverfahren (DSV) – Bodensicherung als Fundament
Bevor der eigentliche Betonbau beginnen konnte, musste der Untergrund gesichert werden. Analysen hatten ergeben, dass der Boden zu durchlässig war und das Risiko einer Unterspülung bestand. Die Lösung: das Düsenstrahlverfahren (DSV). Mit einem 14-Zentimeter-Bohrer wurde eine Zementsuspension mit 360 Bar in das Erdreich eingepresst, um Säulen von 1,50 Metern Durchmesser zu erzeugen. Die längsten Pfähle reichen 12,20 Meter tief und verankern das Bauwerk sicher im tragfähigen Untergrund. Eine Betonklammer verbindet die DSV-Säulen mit der Bodenplatte.
Logistik und Ökologie auf engstem Raum
Die Baustelle stellt hohe logistische Anforderungen: Die rund zwei Kilometer lange Zufahrtsstraße ist einspurig mit ein paar Ausweichmöglichkeiten. Betonlieferanten und Schalungslieferanten müssen ihren Einsatz präzise koordinieren. Gleichzeitig lief der Baustellenbetrieb unter ökologischer Begleitung: Im März wurde die Distl abgefischt, um die Laichzeit der Fische zu respektieren – erst danach wurde der neue Bachlauf angelegt.
Drei permanent installierte Pumpenschächte hielten den Grundwasserstand in Schach. Die Pumpen förderten bis zu 17 Kubikmeter Wasser pro Stunde und wurden elektronisch überwacht. Bei Ausfall erfolgte eine E-Mail-Alarmierung – mit einer zweistündigen USV-Pufferzeit als Sicherheitsnetz.
Ausblick
Ende April, 2026 befindet sich die Baustelle in der Endphase: Die Überfallmauer wird in zwei Abschnitten betoniert, der Kran wird in der ersten Maiwoche abgebaut. Ende Mai sollen die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein. Dann wird der Großteil des Bauwerks unter einer Dammschüttung verschwinden – und für Generationen still und zuverlässig die Menschen schützen.