220 kV Microtunnel Tiefbau im Industriebau

220 Kilovolt Spannung. Nicht nur im Kabel, sondern im gesamten Projektteam

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Wenn Tiefbau zur Taktfrage wird

Ein Blick unter die Erde – und in ein Projekt, das Präzision, Teamgeist und Improvisationstalent auf engstem Raum verlangt.

220 Kilovolt Spannung. Nicht nur im Kabel, sondern im gesamten Projektteam. Denn was hier unter einem laufenden Stahlwerksbetrieb entsteht, ist mehr als ein Tunnel – es ist ein Bauwerk zwischen Logistikballett und Maschinenorchester.

Dominik, Bauleiter und Prokurist bei BT Bau, steht am Rand eines Schachtes mit zwölf Metern Durchmesser. 23 Meter geht es hier senkrecht in die Tiefe. Und genau dort unten beginnt der sogenannte Microtunnel – eine unterirdische Verbindung zwischen vier Schächten, durch die später Strom für einen neuen Elektrohochofen fließen wird.

„Wir bohren im Schlier“, sagt Dominik, als wäre das nichts Besonderes. Tatsächlich bedeutet das: Der Untergrund ist zäh, unregelmäßig, und verlangt nach Fingerspitzengefühl. Aber genau das liebt das Team von BT Bau: neue Situationen, neue Lösungen – und neue Erkenntnisse.

Uhrwerk unter Tage

Ein Bauvorhaben wie dieses ist kein gewöhnlicher Auftrag. Der Betrieb des Stahlkonzerns darf zu keiner Zeit beeinträchtigt werden. Die Konsequenz: Arbeiten auf engstem Raum, zwischen Fahrwegen, Produktionslinien und Betriebsmedizin. Ein Baustein greift ins nächste, alles muss funktionieren wie ein Uhrwerk.

Der Tunnelvortrieb läuft im Schichtmodell – sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Seit Februar 2025 frisst sich die Tunnelbohrmaschine mit diamantbesetztem Schneidrad durch den Schlier. Jeder Meter zählt. Stillstand ist kalkuliert, aber nicht willkommen. Der Abtransport des Bohrguts erfolgt stündlich – in Eigenregie. Denn Platz ist kostbar. Und Stillstand wäre fatal.

Lernen durch Tun – und Tüfteln

„Der erste Schacht war ein Learning-by-Doing“, sagt Dominik. Jetzt, beim vierten, merkt man: Das Team hat gelernt. Ausgeführt wird nach dem Prinzip der Wiederholung – gleiche Bauart, gleiche Abläufe. Was bei Schacht eins noch diskutiert wurde, läuft bei Schacht vier wie geschmiert.

Auch bei der Fertigung der massiven Schachtdeckel wurde umgedacht: Statt Zukauf – Eigenproduktion. Direkt auf der Baustelle. Mit selbstentwickelten Schalungssystemen und einem ausgeklügelten Hebesystem.

Unsichtbare Infrastruktur

Wenn das Projekt abgeschlossen ist, wird von der ganzen unterirdischen Meisterleistung kaum etwas zu sehen sein. Die Schächte verschwinden wieder unter Parkplätzen, Zufahrten und Betriebsflächen. Nur wer genau weiß, wo sie sind, erkennt ihre strategische Lage. Und doch bleiben sie zugänglich – für den Fall der Fälle.

Fazit: Ein Projekt, das lebt

Was bleibt, ist nicht nur ein Tunnel. Sondern eine Erfahrung. Für das gesamte Team. Für den Bauleiter. Für die Bauleitung. Für die Baukunst.

„Alle sind mit Herz und Blut dabei“, sagt Dominik. Und es zeigt sich: Wenn technische Brillanz, Organisationstalent und menschliches Miteinander ineinandergreifen, entstehen nicht nur Bauwerke – sondern echte Meisterstücke unter der Erde.